Leitzins bleibt bei 4,25 Prozent
veröffentlicht: 5.09.2008
Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt den » Leitzins vorerst bei 4,25 Prozent. Für eine Zinssenkung sehen derzeit weder EZB-Präsident Jean-Claude Trichet noch der Präsident der Bundesbank, Axel Weber, einen Spielraum. Sonderlich überrascht zeigte man sich in Finanzkreisen nicht über die Entscheidung, die am Donnerstag getroffen wurde. Allzu lange wird es jedoch nicht dauern, bis der Leitzins erneut angepasst wird. Experten gehen davon aus, dass noch in diesem Jahr die Anhebung um 0,25 Prozentpunkte bzw. 25 Basispunkte rückgängig gemacht wird. Bei der WestLB hat man den 4. Dezember im Blick.
Grund für diese Annahme ist die Konjunktur im Euroraum, dessen Wirtschaftsleistung vom ersten zum zweiten Quartal um 0,2 Prozent gesunken ist. Befürchtet wird eine Rezession, die sich auch anhand der Indikatoren wie den Einkaufsmanagerindizes und dem Ifo-Geschäftsklima abzeichnet. Seitens der EZB wird diese Entwicklung noch als „Konjunkturdelle“ bezeichnet. Die Europäische Zentralbank rechnet fest damit, dass das Bruttoinlandsprodukt wieder steigt. In diesem Jahr soll der Zuwachs bei 1,8 Prozent liegen.
Für Anleger wird sich in den kommenden Wochen vermutlich also nichts ändern. Sie können weiterhin auf hohe Zinsen für ihr Fest- und Tagesgeld rechnen. Bei den Verbraucherkrediten hat sich die Leitzinserhöhung noch nicht so stark ausgewirkt wie anfangs vermutet. Der Konkurrenzkampf, insbesondere auf dem deutschen Markt, sorgt nach wie vor für relativ stabile Zinssätze bei Ratenkrediten. Sollte der Leitzins im Dezember sinken, müssen sich Sparer allerdings darauf einstellen, weniger Zinsen für ihr auf dem Tagesgeldkonto ruhendes Kapital zu erhalten.
A. Maßmann
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