Staatsgarantie für alle Sparer
veröffentlicht: 6.10.2008
Rappelt es so richtig im Karton, muss für klare Verhältnisse gesorgt werden. Das hat die Bundesregierung angesichts der Finanzkrise jetzt getan. Bundeskanzlerin Angela Merkel und auch Finanzminister Peer Steinbrück stellten klar, „dass die Sparerinnen und Sparer in Deutschland nicht befürchten müssen, einen Euro ihrer Einlagen zu verlieren“. Die Staatsgarantie geht somit weit über die gesetzlich festgelegte » Einlagensicherung von 90 Prozent hinaus und soll eine Summe von 568 Milliarden Euro umfassen. Viel Holz, das beruhigen soll. Die Unsicherheit, wie es um das Geld auf Tagesgeldkonten und in Depots bestellt ist, wird sich dadurch allerdings kaum legen.
Inzwischen greifen nahezu alle großen Gazetten das Thema Sicherheit bei der Geldanlage auf und reagieren damit auf Fragen von Lesern und die allgemeine Unruhe. Selbst Lokalzeitungen fragen bei den Vorstandsvorsitzenden der Volksbanken und Sparkassen nach. Empfohlen wird Tagesgeld bei deutschen Banken bzw. bei Banken, die einem der deutschen Sicherungssysteme angehören. Denn bei ausländischen Instituten mit Sitz in Österreich oder den Niederlanden endet die Garantie bei 20.000 Euro. Sorgen, dass eine Bank aus diesen beiden Ländern pleite geht, sind weitgehend unbegründet. Die Staaten gelten als stark genug, um dem entgegenzuwirken. In Island hingegen, Sitz der für ihr Tagesgeldkonto bekannten Kaupthing Bank, liegt der Staatshaushalt bei nur vier Milliarden Euro, von denen Anfang voriger Woche 600 Millionen aufgebracht wurden, um die Glitnir-Bank vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Die Kaupthing Bank selbst hat eine Bilanzsumme von 58 Milliarden Euro.
A. Maßmann
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