Das Sparbuch kommt zurück
veröffentlicht: 16.10.2008
Das gute alte Sparbuch: Es hat vielen Generationen gute Dienste geleistet, lag meistens zwischen der Bettwäsche oder in einer Schublade und geriet angesichts moderner Möglichkeiten, Geld zu sparen, langsam in Vergessenheit. Die Finanzkrise und wohl auch das bittere Ende der Kaupthing-Ära haben zum Umdenken geführt. Das » Sparbuch erstrahlt in neuem Glanz. Laut TNS-Emnid-Umfrage im Auftrag des „Vanity Fair“-Magazins haben 15 Prozent der Deutschen ihr Geld umgeschichtet und auf ein Sparbuch eingezahlt. Doch auch Fest- und Tagesgeld sind nach wie vor beliebt, während Wertpapiere und Aktien deutlich in der Gunst der Anleger gesunken sind.
Für diejenigen, die ihr Geld der Kaupthing Bank anvertraut haben, geht derweil das Bangen weiter. Inzwischen gibt es eine Interessengemeinschaft. 260 Forderungen an das Bundesministerium der Finanzen sind bereits verschickt worden, mit der Bitte, die Anlegerrechte durchzusetzen. Um nicht eingleisig zu fahren, wird auch die Subjektivierbarkeit des Schadens von Vorstand und Aufsichtsrat geprüft, zumal der Gerichtsstand dann in Deutschland wäre.
Derlei Probleme werden Kunden, die sich an Banken mit deutschem Sicherungssystem wenden, nicht haben. Sie dürfen sich vielmehr auf höhere Zinsen freuen. Gleich mehrere Banken haben ihren Zinssatz für Tagesgeld angehoben. Bei der » Mercedes Benz Bank gibt es seit dem 15. Oktober 4,3 Prozent, wenn das Tagesgeldkonto online geführt wird. Neukunden der Volkswagenbank erhalten 5,0 Prozent Zinsen bis zu einer Einlage von 30.000 Euro. Ebenfalls verbessert wurden die Konditionen bei der » 1822direkt und der » Citibank.
A. Maßmann
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