Tagesgeld erweist sich in der Krise als äußerst beliebt
veröffentlicht: 30.10.2008
„Der Gedanke des Sparens erlebt eine Renaissance“, erklärt Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis im Manager-Magazin. Seine Aussage beruht auf der aktuellen Sparquote, die mit 11,3 Prozent – bezogen auf das verfügbare Einkommen – seit 1994 einen Höchststand erreicht hat. Die Sparstrümpfe der Deutschen füllen sich aktuell mit durchschnittlich 180 Euro pro Monat. Und es dürften zukünftig noch mehr Euro- und Cent-Münzen im Sparschwein landen. Die Finanzkrise macht die Bundesbürger vorsichtig. Sie sorgen vor, auch aus Angst vor Arbeitslosigkeit. Dabei setzt die Mehrheit auf konservative Anlageformen. Bevorzugt werden Tagesgeldkonten und Festgeldanlagen. Und selbst bei diesen relativ sicheren und einfachen Sparformen geht die » Postbank davon aus, dass die Bürger sich noch stärker über die jeweiligen Produkte informieren werden und dabei vor allem auf die möglichen Risiken achten.
Interessant ist in diesem Zusammenhang das Buch von Udo Keßler, „Die Masche mit den Sternchen“. Der Finanzexperte hat sich die Fußnoten der einzelnen Bankangebote vorgenommen und zeigt schonungslos auf, mit welchen Tricks Kunden gelockt werden. Im Moment sind es die hohen Zinsen, die auch beim Tagesgeld für Kundenzuwachs bei den Kreditinstituten sorgen. Nur wenig von dem, was in Hochglanzanzeigen und auf den Internetseiten versprochen wird, hält der kritischen Analyse stand. Sehr viele neue Erkenntnisse sind es zwar nicht, die Udo Keßler präsentiert. Doch angesichts der angespannten Lage kann es nie schaden, erneut auf das 1x1 des Tagesgeldvergleichs hinzuweisen. So erfahren Interessenten nur im Kleingedruckten, dass die Tagesgeldzinsen lediglich bis Tag x oder Summe y gelten. Und auch die von den Banken angestellten Vergleiche mit der Konkurrenz haben so ihre Macken. Um sich selbst auf Platz 1 zu setzen, werden bessere Angebote gar nicht erst genannt. Deshalb gilt umso mehr: Genau hinschauen und in Ruhe die Konditionen vergleichen, dann hat man auf Dauer mehr von seinem Tagesgeldkonto.
A. Maßmann
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