Volkswirte sehen den Leitzins im Sinkflug
veröffentlicht: 3.11.2008
Aktuell liegt der » Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) bei 3,75 Prozent. Noch vor nicht allzu langer Zeit waren es sogar 4,25 Prozent. Dieser Höhenflug findet mit der Finanzkrise ein jähes Ende. Die Financial Times Deutschland hat die leitenden Volkswirte internationaler Kreditinstitute zur ihrer Einschätzung gefragt, wie sich der Leitzins in den kommenden zwölf Monaten entwickeln wird. Für den Donnerstag dieser Woche erwartet die Mehrheit, dass die EZB einen Wert von 3,25 Prozent nennen wird. Lediglich die Citigroup stapelt tiefer und geht von 2,75 Prozent aus. Im Schnitt ergibt sich eine Prognose von 3,23 Prozent für November 2008.
Bei den weiteren Aussichten für Januar und November 2009 liegen die Meinungen deutlicher auseinander. Die Credit Suisse geht von stabilen Verhältnissen aus. Zumindest im Januar bleibt der Leitzins ihrer Ansicht nach bei 3,25 Prozent. Erst für November vermutet man einen Rückschritt auf 2,75 Prozent. Insgesamt reicht die Spanne von 2,75 bis 3,25 Prozent (Januar 2009) und von 2,0 bis 2,75 Prozent (November 2009). Die Prognosen beruhen in erster Linie auf den deutlich schlechteren Wachstumshoffnungen. Von einem Plus mag keiner der Ökonomen reden. Sie gehen davon aus, dass die Wirtschaftsleistung 2009 um 0,1 Prozent schrumpft – die Pessimisten unter den Bankern sprechen gar von einem Rückgang um bis zu 1,8 Prozent.
Dass die EZB am Donnerstag eine Zinssenkung vornehmen wird, hat Jean-Claude Trichet schon vorige Woche mehr als deutlich zum Ausdruck gebracht. Bislang ging es immer nur maximal 50 Basispunkt zurück. Damit läge man beim prognostizierten Leitzins von 3,25 Prozent. Vielleicht zeigt sich die Zentralbank auch ein wenig aggressiver und reagiert damit auf den Zusammenbruch der Stimmungsindikatoren.
A. Maßmann
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