Pleite der Kaupthing Bank ist offiziell
veröffentlicht: 12.11.2008
Die isländische Kaupthing Bank, die mit hohen Zinsen auf Fest- und Tagesgeld geworben hatte und damit alleine in der Bundesrepublik 308 Millionen Euro Kundeneinlagen sammeln konnte, ist pleite. Nachdem die Finanzaufsicht des Landes den Entschädigungsfall festgestellt hat, ist es jetzt auch offiziell. Für die rund 30.000 deutschen Kunden heißt das, sie können sich ein wenig Hoffnung machen, nicht ganz leer auszugehen, sollten sich aber darauf einstellen, viel Lehrgeld bezahlen zu müssen. Kurzum: Die Pleite hat für sie ein lachendes und ein weinendes Auge, vor allem, weil der isländische Einlagensicherungsfonds angeblich nur über 100 Millionen Euro verfügt.
Abgesichert sind je Kunde ohnehin nur maximal 20.887 Euro. Wer mehr Geld investiert hat, muss hoffen, dass am Ende noch ein Stück vom Kuchen übrig bleibt und zumindest anteilig etwas mehr erstattet wird. Doch das ist eher unwahrscheinlich. Experten gehen davon aus, dass nicht einmal der Maximalbetrag gezahlt wird. Um überhaupt an sein Geld zu kommen, muss das offizielle Antragsformular genutzt werden, das unter der Internetadresse http://www.tryggingarsjodur.is abrufbar ist. Andere Formblätter werden nicht akzeptiert. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz rät dazu, neben dem Antrag auch Kopien der Kontoauszüge per Einschreiben mit Rückschein zu verschicken. Dazu hat man seit dem 30. Oktober zwei Monate Zeit. Die Auszahlungen erfolgen dann alle zeitgleich, laut Satzung des Fonds zum 30. Januar 2009, dank einer Ausnahmeregelung vermutlich aber erst ein Vierteljahr später.
A. Maßmann
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