Tagesgeldzins an den DAX gekoppelt
veröffentlicht: 14.11.2008
Normalerweise hat Tagesgeld herzlich wenig mit der Börse zu tun, sondern arbeitet unabhängig von Kursentwicklungen mit einem festen Zinssatz. Der kann sich zwar ändern, macht aber keine salti mortale wie derzeit viele Aktien. Die Sparda-Bank Hessen kombiniert mit ihrem Produkt „SparDAX“ seit nunmehr 46 Wochen das klassische Tagesgeldkonto mit dem Deutschen Aktienindex, kurz DAX. Läuft es auf dem Parkett gut, freut sich der Kunde, anderenfalls bleibt ihm der Basiszins von 1,65 Prozent. Aufgestockt – oder eben nicht – wird er nach einem recht einfachen Prinzip: Der Zinssatz für die nächsten sieben Tage ergibt sich aus der prozentualen Veränderung des DAX vom letzten Börsentag der Vorwoche bis zum letzten Börsentag der laufenden Woche. Beispiel: Am 24. Oktober lag der Dax bei 4295 Punkten, eine Woche später waren es 4987 Punkte. Macht 692 Zähler mehr und somit 16,12 Prozent. Kunden der Sparda-Bank Hessen erhielten in der folgenden Woche also 17.77 Prozent.
Dass es sich dabei eher um einen „Ausrutscher“ im positiven Sinne handelt, belegt die Statistik für „SparDAX“. Im Schnitt kam das Tagesgeldkonto auf magere 2,625 Prozent. Ein normales » Sparbuch kann da zwar nicht mithalten, dafür jedes andere Angebot für Tagesgeld. Zudem verlangt die Sparda-Bank eine Mindesteinlage von 5.000 Euro, womit das Konto für die meisten, die einfach nur sparen und von einem soliden Zins profitieren wollen, gar nicht in Frage kommt. Interessant ist der an den DAX gekoppelte Zinssatz höchstens für jene, die gerne spekulieren, ohne etwas verlieren zu wollen und sich im Zweifelsfall auch mit einer geringen Rendite zufrieden geben. Denn angesichts der Rezession, in die Deutschland gerutscht ist, dürfte es etwas dauern, bis sich mit dieser Art von Tagesgeld satte Gewinne machen lassen.
A. Maßmann
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