Bundesrepublik hilft Kaupthing-Kunden
veröffentlicht: 24.11.2008
Die Bundesrepublik Deutschland lässt die Kunden der isländischen Kaupthing Bank nicht im Regen stehen. Immerhin handelt es sich um rund 30.000 Sparer mit einer Gesamteinlage von über 308 Millionen Euro. Zusammen mit Großbritannien und den Niederlanden, wo das Bankhaus ebenfalls mit hohen Zinsen für Fest- und Tagesgeld geworben hatten, wurde eine Lösung erarbeitet. Die Eckdaten zum Hilfsprogramm erklärte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück im Gespräch mit dem „Tagesspiegel am Sonntag“.
Die Abwicklung erfolgt komplett über den isländischen Einlagensicherungsfonds. Schon seit einigen Wochen haben Kunden die Möglichkeit, ihre Ansprüche per Formular geltend zu machen. Dabei erwies sich die knappe Kapitaldecke der » Einlagensicherung als größtes Problem. Die Rede war von knapp 100 Millionen Euro, die zur Verfügung standen. Zudem gilt der Schutz in der Regel nur bis maximal 20.887 Euro. Damit alle Anleger in voller Höhe bedient werden können, springt die Bundesregierung mit einem Kredit von 308 Millionen Euro ein. Island wäre von sich aus nicht in der Lage, diese Summe aufzubringen. Fehlspekulationen führten direkt in die Krise und die Verstaatlichung der Banken. Bis das Geld von den Tagesgeldkonten ausgezahlt wird, dürften allerdings einige Wochen vergehen.
A. Maßmann
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