Ökonomen erwarten eine deutliche Zinssenkung durch die EZB
veröffentlicht: 1.12.2008
Die Umfrage der Financial Times Deutschland, ob und in welchem Umfang die Europäische Zentralbank (EZB) den » Leitzins am Donnerstag dieser Woche senken wird, fiel eindeutiger denn je aus: Über die Hälfte der befragten Banker geht davon aus, dass die EZB mit einer klaren Ansage auf die Rezession reagieren und den Leitzins auf 2,75 Prozent festsetzen wird. Das entspräche einer Senkung um 50 Basispunkte. Viele der Experten von internationalen Banken halten es sogar für möglich, dass die Zentralbank erstmals eine Korrektur um 0,75 Prozent vornehmen könnte. Dass die EZB den Leitzins gleich um 100 Basispunkte senkt, ist eher unwahrscheinlich, wenngleich es diesbezüglich durchaus Spekulationen gibt. Einer, der angesichts der katastrophalen Entwicklung der Wirtschaft einen solch deutlichen Rückschritt für angebracht hält, ist der Chefvolkswirt der Citigroup, Jürgen Michels.
Da die Ratsmitglieder der Europäischen Zentralbank seit jeher für Zinssenkungen im geringen Maße plädieren, wird es kaum derart drastische Maßnahmen geben wie in der Schweiz mit minus 100 Basispunkten und in Großbritannien, wo die Bank of England gleich um 150 Basispunkte zurück ruderte. Das würde, so die Meinung der Mehrheit, eher irritieren denn motivieren. Sicher sind sich die Ökonomen, dass die EZB den Leitzins auch 2009 weiter senken wird, um so der Konjunkturflaute entgegenzuwirken. Diese Erwartung spiegelt sich auch in den Prognosen zum Bruttoinlandsprodukt wider. Statt eines leichten Plus pendeln sich die Wert momentan bei minus 0,8 bis minus 1,0 Prozent ein. Karsten Junius von der Dekabank bringt es auf den Punkt: „Die Wirtschaft legt global eine absolute Vollbremsung hin.“
A. Maßmann
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