Analysten rechnen mit einer weiteren Leitzinssenkung in dieser Woche
veröffentlicht: 2.03.2009
An die Tristesse, die seit Monaten an den Finanzmärkten herrscht, hat man sich inzwischen längst gewöhnt. Für Sparer, die ihr Kapital als Tagesgeld angelegt haben, bringt sie vor allem eines mit sich: Immer neue Mitteilungen über Zinssenkungen. Zuletzt erhielten die Kunden der » Norisbank ein entsprechendes Schreiben. Statt mit 3,25 Prozent wird das Guthaben auf dem Tagesgeldkonto namens Top3 nun mit 3,0 Prozent verzinst. Angebote, die deutlich darüber liegen, stammen derzeit hauptsächlich von ausländischen Banken. Ihr Manko: Die Einlagen sind in der Regel nicht in voller Höhe, sondern nur bis zu einem bestimmten Wert – bei der » Bank of Scotland sind es 50.000 Pfund – gesichert. Das erweist sich gerade dann als problematisch, wenn die Bank selbst ins Trudeln gerät. Bestes Beispiel hierfür ist die isländische Kaupthing Bank.
Auf Entspannung und damit wieder höhere Zinsen für Tagesgeld sollte man in nächster Zeit nicht hoffen. Analysten gehen davon aus, dass der » Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) in dieser Woche erneut gesenkt wird. Derzeit sind es 2,0 Prozent. Glaubt man den Experten, werden es ab Donnerstag nur noch 1,5 Prozent und auf Dauer sogar unter ein Prozent sein. Anlass für diese Vermutung geben die Wachstumsprognosen. Ein vom Handelsblatt eingesetztes Gremium rechnet damit, dass die Wirtschaft im Euroraum in diesem Jahr um 2,2 Prozent schrumpfen wird – in Dezember lag der Wert noch bei 1,4 Prozent – und die Inflation 0,5 Prozent erreicht.
A. Maßmann
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