EZB senkt Leitzins um 50 Basispunkte auf den historischen Tiefstand von 1,5 Prozent
veröffentlicht: 5.03.2009
Nach einem Monate Pause hat die Europäische Zentralbank im Kampf gegen die Rezession erneut den » Leitzins gesenkt – von 2,0 Prozent im Januar auf nunmehr 1,5 Prozent. Für die Analysten der Banken kommt diese Entscheidung nicht unerwartet. Sie hatten mit einer Zinssenkung um 50 Basispunkte gerechnet und prognostizieren noch weitere Rückschritte. Spätestens zur Jahresmitte werde der Leitzins bei einem Prozentpunkt liegen, so ihre Voraussage. Auch EZB-Präsident Jean-Claude Trichet ließ nach der Ratssitzung in Frankfurt keinen Zweifel daran, dass es noch weiter bergab gehen könnte. Ex ante (aus früherer Sicht) sei nicht das niedrigst mögliche Zinsniveau erreicht, erklärt er. Ein Leitzins von 0,0 Prozent sei allerdings mit erheblichen Problemen verbunden.
Neben dem Leitzins präsentierten die Ökonomen der Europäischen Zentralbank auch ihre Prognosen zur wirtschaftlichen Entwicklung. Im Dezember waren sie noch von einem leichten Wachstum um ein Prozent ausgegangen. Mittlerweile sprechen sie von Stagnation und rechnen in diesem Jahr mit einem Absacken der Wirtschaftsleistung um 2,7 Prozent und damit mit einer noch stärkeren Rezession. Die Teuerungsrate werde ihren Berechnungen nach bei durchschnittlich 0,4 Prozent in 2009 und 1,0 Prozent in 2010 liegen. Bei Werten von unter zwei Prozent sieht die EZB stabile Preise gewährleistet.
A. Maßmann
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