Kaupthing-Sparer gehen auf die Straße
veröffentlicht: 14.04.2009
Um die isländische Kaupthing-Bank war es lange Zeit still. Zu still aus Sicht der deutschen Anleger. Sie kommen nicht an ihr Kapital, nachdem das Bankhaus im Zuge der Finanzkrise ins Trudeln geraten war und verstaatlicht wurde. 100 der enttäuschten Kunden zogen deshalb am Karsamstang zum Bundesfinanzministerium, weiter zum Kanzleramt und zum Bundestag, um ihrem Unmut Luft zu machen. Motto der Demonstration: „30.000 deutsche Kaupthing-Sparer wollen ihr Geld zurück.“ Die einst größte Bank Islands hatte in der Bundesrepublik mit hohen Zinsen auf Tagesgeld und Festgeldanlagen geworben und sich dadurch einen recht ansehnlichen Kundenstamm erarbeitet.
Fünf Monate harren die deutschen Sparer inzwischen der Dinge. Noch steht die Aussage des Abwicklungs-Ausschusses der Kaupthing-Bank, dass die Einlagen zurückgezahlt werden. Nur einen konkreten Termin gibt es nicht. Das mag unter anderem daran liegen, dass die Rückzahlung nicht ausschließlich eine Frage der Finanzen ist, sondern in Island längst auch die Politik tangiert. Staatspräsident Olafur Grimsson erinnert einerseits daran, wie sehr sein Volk durch die Krise gebeutelt wurde. Andererseits besteht ein gewisser internationaler Druck, nicht nur aus Deutschland. Erschwerend kommt hinzu, dass mit der DZ Bank auch ein deutsches Kreditinstitut in diesem Geflecht verheddert ist und dabei keine besonders gute Figur macht.
Der Ärger um die Kaupthing Bank ist das beste Beispiel dafür, dass es beim Tagesgeldkonto auf weit mehr ankommt als nur hohe Zinsen. Wer heute ruhigen Gewissens Geld anlegen möchte, sollte bei der Wahl der Bank auch darauf achten, welche » Einlagensicherung gilt. Ganz so extrem wie in Island muss es nicht ausgehen. Den Ärger kann man sich aber sparen, vielleicht auf Kosten von ein paar Euro Rendite im Jahr.
A. Maßmann
»
Hier geht es zum Tagesgeldvergleich
»
zur nächsten Nachricht
» alle
Nachrichten
|