EZB markiert mit 1,0 Prozent ein Leitzins-Rekordtief
veröffentlicht: 7.05.2009
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den » Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte auf 1,0 Prozent gesenkt. Dieser Wert geisterte bereits seit Tagen durch die Finanz-Medien und ist somit keine große Überraschung. Seit Herbst vergangenen Jahres wurde der Leitzins kontinuierlich um nunmehr 325 Basispunkte nach unten korrigiert. Der Begriff „Rekordtief“ trifft es wohl am ehesten. Gleichwohl stellt der Wert von einem Prozent in gewisser Weise auch eine magische Grenze dar. Andere Notenbanken haben ihn längst unterschritten. Ob es im Euroraum auch so weit kommen wird, daran scheiden sich die Geister oder vielmehr die Ratsmitglieder. Bundesbankchef Axel Weber gehört zu den Verfechtern eines Leitzinses von nicht weniger als 1,0 Prozent. Aus Zypern kam bereits im Januar die Andeutung, auch deutlich tiefer gehen zu wollen.
Nun hängt es davon ab, ob und wie schnell die Wirtschaft wieder Fuß fassen kann. Für Rückenwind sollen weitere Maßnahmen der Zentralbank sorgen. Vermutet wird, dass Jean-Claude Trichet und seine Kollegen die Refinanzierungsgeschäfte der Banken von sechs auf zwölf Monate ausweiten. Die Kreditinstitute, die sich gegenseitig kaum noch Geld leihen, erhielten damit größere Planungssicherheit, wenn sie Kapital von der Zentralbank aufnehmen. Daran, dass sich der Leitzins auf einem extrem niedrigen Niveau bewegt, wird sich dadurch vorerst wohl nichts ändern. Die 1,0 Prozent werden, glaubt man führenden Volkswirten, auch noch im Jahr 2010 den Markt bestimmen. Für Anleger wenig erfreulich´: Tagesgeld und » Festgeld werden auf Dauer nur noch schwach verzinst. Bisher konnte man beinahe schon die Uhr danach stellen, dass Banken ihre Tagesgeldzinsen nach einer Leitzinssenkung anpassen.
A. Maßmann
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