Leitzinstief wird aus Sicht von Ökonomen noch lange anhalten
veröffentlicht: 2.06.2009
Die Europäische Zentralbank (EZB) entscheidet in dieser Woche wieder über den Leitzins, der unter anderem ausschlaggebend dafür ist, wie hoch Tagesgeld verzinst wird. Inzwischen ist es Usus, dass Informationsdienste und Fachmagazine sich vorab bei Ökonomen umhören, welche Entwicklung sie vermuten. Dieses Mal zeigen die Umfragen von der Financial Times Deutschland und Dow Jones Newswires ein recht einhelliges Bild. Die Mehrheit der Experten rechnet damit, dass die EZB den » Leitzins unverändert bei 1,0 Prozent belassen wird. Nur wenige rechnen mit einer erneuten Zinssenkung.
Beim Blick in die nähere Zukunft scheiden sich die Geister. Während einige Volkswirte den aktuellen Wert als Tiefpunkt betrachten, der nicht unterschritten wird, gehen andere davon aus, dass spätestens im August dieses Jahres 0,75 oder gar 0,5 Prozent zur Debatte stehen. Im Schnitt ergibt sich ein Wert von 0,94 Prozent, der laut Umfrage auch im Juni 2010 mit 0,93 Prozent noch Bestand haben wird. Einen Aufschwung erwarten die Ökonomen erst ab Mitte 2010, teilweise auch erst ab 2011. Erste Hoffnungsschimmer dürften nicht überbewertet werden. Das unterstreichen auch die Zahlen der EZB, wonach bei der Kreditvergabe wieder kräftiger auf die Bremse getreten wird.
A. Maßmann
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