Leitzins bleibt vorerst bei 1,0 Prozent
veröffentlicht: 4.06.2009
Die Prognosen führender Ökonomen zum » Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) haben sich bewahrheitet: EZB-Präsident Jean-Claude Trichet und seine Kollegen haben heute in Frankfurt entschieden, den Leitzins nicht weiter zu senken. Er bleibt vorerst bei mageren 1,0 Prozent. Wie lange diese Marke noch gehalten werden kann, hängt davon ab, wie die Wirtschaft sich entwickelt. Die EU-Kommission, deren Zahlen sich weitgehend mit denen der Europäischen Zentralbank decken, geht davon aus, dass die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 4,0 Prozent und im kommenden Jahr um 0,1 Prozent schrumpfen wird. Bei der Credit Suisse ist man allerdings guter Hoffnung, dass es zu einer Aufwärtskorrektur dieser Zahlen kommen könnte. Die Chancen hierfür ständen gut.
Neben dem Leitzins, der unter anderem ausschlaggebend für die Verzinsung von Tagesgeld ist, wird die EZB noch weitere Instrumente ins Spiel bringen, um die Kreditklemme zu lösen. Geplant ist, 60 Milliarden Euro – die genaue Summe steht noch nicht fest – in ein Aufkaufprogramm für kreditbesicherte Anleihen, so genannte Covered Bonds (vergleichbar mit Pfandbriefen), zu investieren. Damit greift die Europäische Zentralbank zu ähnlichen Mitteln wie die Federal Reserve in den Vereinigten Staaten und die Bank of England, um Banken bei der Refinanzierung unter die Arme greifen und die Märkte zu stützen.
A. Maßmann
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