Gefährlicher Trend: hoher Zins statt Sicherheit
veröffentlicht: 9.09.2010
Das „Handelsblatt“ zeigt eine Entwicklung bei Tages- und » Festgeld auf, die eher unverständlich ist: Trotz schlechter Erfahrungen mit der Kaupthing und jetzt auch mit der Noa Bank lassen sich Sparer und Anleger nach wie vor von hohen Zinsen blenden und übersehen dabei die Einlagensicherung. Statt der Sicherheit des Kapitals rückt anscheinend wieder die Rendite in den Mittelpunkt. „Die Gier der Kunden ist zurück“, heißt es dementsprechend im Titel des Beitrags. Verwiesen wird dabei insbesondere auf die Angebote ausländischer Unternehmen. Sie bieten eine vergleichsweise hohe Rendite, dafür meistens aber nur eine auf 50.000 Euro begrenzte Einlagensicherung. Hinzu kommt: Bei einer Pleite müssten sich die Kunden mit den Rechtsvorschriften des jeweiligen Landes herumärgern und könnten ihre Ansprüche nicht in der Bundesrepublik durchsetzen.
Sicherlich wirkt ein Tagesgeldkonto oder eine Festgeldanlage mit hoher Verzinsung auf den ersten Blick „attraktiver“ und hat schon so mancher Sparer mit einem der Angebote geliebäugelt. Gesunde Skepsis ist bei der Geldanlage aber immer angebracht. Denn „hohe Rendite gleich höheres Risiko“ trifft auch auf so einfache und ansonsten sichere Anlagen wie Fest- und Tagesgeld zu. Deshalb sollte man sich die Konditionen, insbesondere zur Einlagensicherung, ganz genau ansehen. Die gesetzlichen Systeme in Europa greifen bis 50.000 Euro, selten darüber hinaus. Mehr Sicherheit bieten die freiwilligen Einlagensicherungsfonds, denen viele deutsche Banken angehören. Hier gilt in der Regel ein 100-prozentiger Schutz des Kapitals selbst bei Beträgen oberhalb von 50.000 Euro. Häufig sind auch Banken mit Hauptsitz im Ausland diesen Fonds angeschlossen – ein Vergleich lohnt sich also auch in dieser Hinsicht.
A. Maßmann
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